Donnerstag, 15. September 2011

Shanghai Nights

„Was machst Du heute Abend?!“ „Bisschen feiern, morgen eventuell See…“ aber genau das hatte sich mit dem wilden Ruf der Chinesen erledigt… Und auf ein Neues, ich packe meinen Koffer und nehme mit….nix am besten, denn füllen wird sich dieser schon ganz von alleine vor Ort… Shanghai calling!

Nach einem angenehmen Direktflug und indirekten Orientierungsproblemen mit dem Abholer entscheide ich mich 16 € in das schnellste und sicherste hiesige Transportmittel zu investieren und sitze nur kurze Zeit später mit flatternden Wangen bei 430 km/h im Transrapid.

Rein zeittechnisch hat sich das gelohnt, aber war meiner Meinung nach jetzt auch nicht soooo spektakulär… naja wenn man erst mal so 200 Starts im Flugzeug mitgemacht hat, dann erscheint einem fast alles langsam.

Nun denn, Sachen ins Hotel abladen und los geht’s die Stadt erkunden! What the fuck, ich fühl mich wie auf einer Demo!!! Hunderte von Menschen um mich, die alle mehr oder weniger brav auf der einen Seite in die eine und auf der anderen Seite in die andere Richtung laufen, mit pfeifenden Polizisten als Pylonen die auch immer mal wieder ein paar Autos zwischen durch lotsen… Es ist so voll! Okay, es ist auch gerade die EXPO in der Stadt, weshalb man überall diesen kleinen Kameraden wiederfindet….



Nachdem ich mich durch die „Nanjing Road“ geschoben habe mache ich mich auf den Weg zum „Bund“ um ein paar Fotos von den Touristenattraktionen zu ergattern, mit mir und mit den Touristen…Pflichtprogramm?!



Dann wird geschlendert und sich auf die Suche nach einem feinen Abendessen gemacht… ein kleiner Turm mit einer Uhr am Kipfel, so etwa ein Mini „Big Ben“ strahlt ein wunderbares Flair aus. Wenn man reinkommt wirkt es zunächst ganz klein, alles ist mit dunklem Holz ausgekleidet und in der unteren Etage erklingt elektronische Tanzmusik, ein Stockwerk höher zeigt der unscheinbar wirkende Tower sein wahres Gesicht, geht in eine weitläufige Terrasse über und eröffnet einen traumhaften Blick über den „Huangpujijang“ River während eine live Band einem angenehme Jazz Sounds um die Ohren tanzen lässt.


Ich suche mir einen Platz auf der Terrasse, setze mich und genieße den Moment. Während ich meine klassische Margarita teste kommt ein Mädel meines Alters und setzt sich zu mir an den Tisch.



Wir kommen ins Gespräch und bestellen uns gemeinsam eine Riesen Menge Sushi. Mit der Zeit finde ich heraus dass sie fürs ZDF arbeitet und maßgeblich an der Umsetzung der Serie „Schloss Einstein“ beteiligt ist. Zurzeit ist sie mit dem Rucksack unterwegs, gestartet in Bejing und jetzt über Shanghai auf den Weg Richtung Norden, später will sie wieder zurück nach Bejing und dann über Indien nach New York wo sie ihren Freund trifft.





Am Tisch sitzt auch noch ein Südkoreaner, der zufällig in der gleichen Ecke der Stadt wohnt wie meine Freundin mit der ich in Australien rumgereist bin, er wird nächste Woche wieder in Seoul sein. Ich nehme mein kleines Buch, notiere ein paar Sätze für meine Freundin und drücke es dem Mann in die Hand in der Hoffnung dass er es ihr gibt….

Das andere Mädchen und ich entschließen uns gemeinsam noch ein wenig um die Häuser zu ziehen, gehen zunächst in einen Seven Eleven (die gibt es auch fast überall auf der Welt, wirklich überall….selbst an den entlegensten Orten) und entdecken das hier:







Eine riesen Regal voll mit Kondomen, direkt neben den HotDogs (könnten auch wirklich Hunde sein) vor der Kasse.









Durch Zufall finden wir eine Gasse die gesäumt mit Bars in einen Platz voller Lebendigkeit endet… Shanghai Nights!

Am nächsten Morgen bin ich somit natürlich nicht wie geplant um 10 Uhr in der Stadt um shoppen zu gehen, dennoch erreiche ich gegen 1 Uhr den gut getarnten Markt in der U-Bahn Station „Science and Technology Park" (Linie 2) …

5 Stunden gehen recherchierend, handelnd und erwerbend schnell vorbei: ich bin in meinem Element! Nirgends in Shanghai habe ich bis jetzt einen günstigeren und vielfältigeren Markt entdeckt als diesen, ich rede hier von so genannten "fake markets", nur dasµich niemand falsch versteht...

Nach einem kurzen Nickerchen und feinem Dinner im Hotel stehe ich mit neuer prall gefüllter Tasche am Abend am Airport und checke eine der wenigen Male auch Gepäck für den Rückflug ein.